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Erneuerbare Energien, Klima-, Ressourcen- und Verbraucherschutz

Zwischen Beharrung und Innovation – der deutsche Energiemarkt

Posted on | Mai 6, 2010 | No Comments


Der deutsche Markt für Energieerzeugung und –vertrieb wird seit Jahrzehnten von vier großen Versorgungsunternehmen kontrolliert. Sollten die designierten Pläne der Bundesregierung Realität werden, nämlich die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern und den Neubau von Kohlekraftwerken zu ermöglichen, so wird sich an dieser Situation mittelfristig auch nichts Gravierendes ändern. 

Deutschland hat sich im vergangenen Herbst für eine neue Regierung entschieden. Der politische Wechsel ist Ausdruck funktionierender demokratischer Strukturen und eine Entscheidung des Wählers im Wettbewerb der Parteien um politische Konzepte. Auf dem deutschen Energiemarkt gelten diese demokratischen Prinzipien jedoch nicht. Hier herrschen seit vielen Jahrzehnten ein und dieselben Unternehmen und verstopfen die Leitungen mit Energie aus konventioneller Erzeugung. Der Fortbestand zentral organisierter  Energieversorgungssysteme auf Basis fossiler Rohstoffe gehört zu den größten Hemmnissen für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren.

Dieser Ausbau steht in Deutschland prinzipiell außer Frage. Doch die Entwicklung wird gebremst. Die politische Befürwortung von immensen Investitionen in neue Kohlekraftwerke oder die Entwicklung der sogenannten CCS-Technologie durch Vattenfall und RWE, ist ein Ergebnis erfolgreicher Arbeit z.B. des BDEW und hat nichts anderes als die Verzögerung eines Prozesses zur Folge an dessen Ende die großen Versorger in ihrer heutigen Form nicht mehr gebraucht werden.

Welche Potentiale beim Ausbau erneuerbarer Energien durch den Fortbestand der antiquierten Strukturen blockiert werden könnten macht eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) deutlich. Die Forscher untersuchten die deutschen Wetter-, Verbrauchsdaten und Lastkurven minutengenau für ein ganzes Jahr. Das Ergebnis ist vielversprechend. Deutschland ist dazu in der Lage seinen Strom bis zum Jahr 2020 in etwa zur Hälfte mit Hilfe von erneuerbaren Energien zu erzeugen. Die in Deutschland installierten Windkraftanlagen könnten etwa bis zum Jahr 2020 25 Prozent des gesamten Strombedarfs decken. Der Ausstieg aus der Atomenergie kann so vollständig kompensiert und der Bedarf an Energie aus konventionellen Kraftwerken erheblich gesenkt werden.

Der Strukturwandel auf dem Energiemarkt dürfte in kommenden Jahren jedoch kaum aufzuhalten sein. Das liegt auch am Umdenken in vielen Kommunen. Tausende  Konzessionsverträge, mit denen Städte und Gemeinden in der Vergangenheit ihre Infrastruktur, Strom- und Gasnetze, auf Jahrzehnte an die großen Versorger verpachtet hatten, laufen aus. Es gibt einen klaren Trend die Versorgungsaufgaben regional zu organisieren. So stärkt man die Stadtwerke, erhöht die Wertschöpfung in der Region und schafft vor allem Entscheidungsfreiheit bzgl. der Erzeugungsmethoden. Viele Kommunen wollen heute mehr als Netzbetreiber sein. Sie wollen die benötigte Energie vor Ort erzeugen, lokale Klimaschutzmaßnahmen umsetzen und kleinteilige, dezentrale und klimaschonende Lösungen realisieren.

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