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Studie: Schockerfotos schrecken Raucher ab

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Nina Matthews Photography / Foter.com / CC BY

Eine aktuelle Studie aus Australien besagt: Werden Zigarettenpackungen mit abschreckenden Bildern verkauft, vergeht Rauchern die Lust aufs Qualmen. Sie widerspricht damit britischen Forschern, die das Gegenteil behaupten.

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Kennzeichnungspflicht vor höchstem Gericht durchgeboxt

Vergammelte Zähne, teerschwarze Lungen und offene Exzeme: Zigarettenpackungen sind seit einigen Jahren in vielen Ländern mit ekelerregenden Schockbildern versehen. Vor allem Kinder und Jugendliche sollen so vom Rauchen abgehalten werden.

Auch in Australien wurde die Wirkung dieser Bilder heiß diskutiert: Die Tabakindustrie war bis vor das höchste australische Gericht gezogen, um die Kennzeichnungspflicht zu kippen und dort gescheitert. Zigaretten dürfen deshalb seit Herbst 2012  nur noch in einheitlich gestalteten Schachteln und mit großflächigen Bildern von fauligen Zähnen, Krebsgeschwüren oder Raucherlungen verkauft werden – der Markenname findet sich nur noch klein und unauffällig am Rand. Eine nun im „Medical Journal of Australia“ veröffentliche Studie belegt die Wirkung der Einheitsschachteln mit abschreckenden Bildern. So habe die Zahl der Anrufe bei der Rauchentwöhnungshotline „Quitline“ seit Einführung der neuen Verpackungen um fast 80 Prozent zugenommen. Bereits die Einführung schriftlicher Warnhinweise im Jahr 2006 habe einen ähnlichen Effekt erzielt. Allerdings habe das hohe Niveau der Anfragen nach Einführung der Bilder deutlich  länger angehalten.

Britische Forscher zweifeln abschreckende Wirkung an

Britische Jugendliche lassen sich kaum abschrecken.Ed Yourdon / CC BY-SA

Australien hat eine der niedrigsten Raucherraten auf der Welt (16 Prozent der Erwachsenen) und will damit auch zum Vorbild für andere Länder werden – z.B. die Brüder aus Großbritannien. Hier hatte der britische Premierminister David Cameron zunächst angekündigt, dem australischen Beispiel  folgen zu wollen, machte nun aber einen Rückzieher und sagte, es gebe keinen Beweis, dass die abschreckenden Verpackungen wirklich mehr Menschen dazu brächten, mit dem Rauchen aufzuhören. Vermutlich stützt er sich dabei auch auf eine Studie der britischen Universität Stirling, die kürzlich im Fachmagazin Tobacco Control veröffentlicht wurde. Diese besagt, dass die Schockerfotos auf Jugendliche, die regelmäßig rauchen, offenbar kaum eine Wirkung haben.

In England werden Zigarretten seit 2008 mit Warnungen wie “Rauchen ist tödlich” oder “Rauchen schadet ihrer Gesundheit” gekennzeichnet – drei Jahre später kamen die Schockbilder hinzu. Die Befragung von mehr als eintausend Jugendlichen im Alter von elf bis 16 ergab jedoch, dass die Schockbilder Jugendliche, die bereits rauchten, kaum beeindruckte. So gaben im Jahr 2008 13 Prozent von ihnen an, dass die (nicht bebilderten) Warnungen sie vom Rauchen abbringen könnten. Drei Jahre später, als die Schockbilder hinzugekommen waren, waren es 14 Prozent – also nicht bedeutend mehr.  

Auch EU zieht die Zügel an

Auch die EU geht mit strengeren Gesetzen gegen das Rauchen vor. Kürzlich wurde ein Gesetzesentwurf verabschiedet, der das Verbot von Mentholzigaretten ab 2020 vorsieht. Schockbilder sollen zudem den Tabakkonsum unattraktiv machen – ab 2016 müssen sie  mindestens 65 Prozent der Packungsoberfläche einnehmen.

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