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Betrug bei Spritverbrauch – Abweichung bis zu 38 Prozent

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SpritbetrugAngaben zum Spritverbrauch weichen durchschnittlich um rund 38 Prozent vom tatsächlichen Verbrauch ab. Käufer werden hinters Licht geführt, dem Staat gehen Milliarden Euro an Kfz-Steuereinnahmen verloren. In den USA wurden Mercedes-Benz und BMW mittlerweile zur Korrektur der Verbrauchswerte gezwungen.

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Berlin: Seitdem der CO2-Ausstoß mit über die Höhe der Kfz-Steuer entscheidet, ist zu beobachten, dass Autohersteller immer unrealistischere Verbrauchswerte an die Zulassungsbehörden melden. Das belastet den Geldbeutel der Käufer, führt zu hohen Kfz-Steuerausfällen und untergräbt die Klimaschutzbemühungen. Umweltschutzverbände fordern daher, die Spritverbrauchsangaben umgehend staatlich nachkontrollieren zu lassen.

Der ehemalige Umweltminister Kaliforniens James Strock hat in den USA die rechtlichen Grundlagen für die Durchsetzung von Umweltstandards mitentwickelt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Deutschen Umwelthilfe erklärte er in Berlin, mit welchen Mitteln die USA dafür sorgen, dass Verbraucher korrekt über den Spritverbrauch bei Pkw informiert werden. Seit 2012 kontrolliert die Washingtoner Umweltbehörde „Environmental Protection Agency“ (EPA) durch eigene Tests die Angaben der Autohersteller. Bei festgestellten Verstößen werden die Werte korrigiert und Strafen gegen die Hersteller verhängt. Außerdem hilft die EPA betroffenen Autofahrern, ihre Schadensansprüche gegenüber den betreffenden Herstellern durchzusetzen.

Die EPA überprüft jährlich 15 bis 20 Prozent der Modellzulassungen per Zufallsauswahl und geht Hinweisen der US-Staaten, betroffenen Autohalter oder Verbraucherverbände nach. In den letzten drei Jahren wurden die Verbrauchswerte von fünf Herstellern und mehr als 1,4 Millionen betroffenen Fahrzeugen korrigiert: Kia, Hyundai, Ford, BMW und Mercedes mussten die offiziellen Verbrauchswerte um bis zu 18 Prozent ändern und insgesamt eine dreistellige Millionenstrafe zahlen.

petrol head
Leo Reynolds / Foter / CC BY-NC-SA

Dank dieser Nachkontrollen betrugen 2014 die aktuellen Abweichungen des Realverbrauchs der TOP 10 der amerikanischen Zulassungsstatistik gegenüber dem Normverbrauch nur zwei Prozent. Bei den zehn meistverkauften deutschen Pkw waren es hingegen 38  Prozent, Tendenz weiter steigend. Die Rechtsprechung ist klar: Der Bundesgerichtshof hält Abweichungen von mehr als zehn Prozent für nicht hinnehmbar. Es sei nicht hinnehmbar, dass das für die Kontrollen zuständige Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) derart eklatanten Rechtsverstößen seit Jahren keine Beachtung schenke.

Bislang werden Autos in Deutschland nur auf dem Papier sparsamer und emissionsärmer. Nach offiziellen Angaben des KBA ging der CO2-Ausstoß der Neuwagenflotte zwischen 2009 und 2013 von 154 auf 136 g CO2/km zurück. Korrigiert man diese offiziellen Werte allerdings mit den Daten, die vom International Council on Clean Transportation (ICCT) ermittelt wurden, kommt man zu einem anderen Ergebnis: Demnach dürfte der CO2-Ausstoß durch die zunehmenden Abweichungen von Norm- zu Realverbrauch zwischen 2009 (184 g CO2/km) und 2013 (188 g CO2/km) sogar leicht angestiegen sein.

Auf das gesamte Autoleben gerechnet, bedeute jeder Liter Mehrverbrauch für den Autohalter circa 3.000 Euro Mehrkosten. Dem Bundesfinanzminister wären dadurch allein im Jahr 2014 etwa 1,4 Milliarden Euro an Kfz-Steuereinnahmen entgangen.

 

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