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Cancún: Die Zombie-Klimakonferenz

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Die Konferenz der Vereinten Nationen zum Klimawandel im mexikanischen Cancún begann mit bescheidenen Erwartungen und endete in letzter Minute mit einem bescheidenen Erfolg. International wird das Abkommen gefeiert – doch mit Blick auf die zentrale Frage – die Bekämpfung der Erderwärmung – entfalten die gefassten Beschlüsse kaum Handlungsdruck.

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Die Teilnehmer aus mehr als 190 Nationen haben sich in Cancún in einem mühsamen Prozess dazu durchgerungen, die Verlängerung des mittlerweile 13 Jahre alten Kyoto-Protokolls  zu verschieben. Die Lösung zentraler Problemfelder wurde damit wie schon in Kopenhagen 2009 vertagt. Die  Entscheidung über ein Folgeabkommen soll nun im kommenden Jahr in Durban, Südafrika fallen. Das ist mehr als bedenklich – nach aktuellen Berechnungen der Webseite “Climate Action Tracker” wird die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis zum Jahr 2100 auf Grundlage der Beschlüsse von Cancún um 3,2 Grad ansteigen. Klimaschützer haben 1,5 bis 2 Grad zur „Point of no return-Marke“ erklärt.

Das zentrale Ergebnis der Cancún-Vereinbarung ist die Schaffung eines Fonds zur Unterstützung armer Länder bei der Anpassung an den Klimawandel. Dieser umfasst den Transfer von sauberen Energietechnologien sowie Ausgleichszahlungen für den  Erhalt der tropischen Wälder und für Emissionsreduktionen in den Schwellenländern.

Die Annahme des Pakets geschah unter Protest Boliviens, das den Pakt als zu schwach verurteilte. Bolivien kritisierte die Missachtung seiner Ablehnung als “Attentat gegen die Regeln des Rahmenabkommens über den Klimaschutz” und droht mit einer Klage vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Und in der Tat – die Aufgabe des Konsensprinzips könnte in Zukunft für Schwierigkeiten sorgen, wenn es um die Legitimität und die Verantwortlichkeiten bei der Umsetzung geht.

Delegierte aus gefährdeten Inselstaaten und den Entwicklungsländern begrüßten hingegen den Pakt. Sie glauben an den Zufluss umfangreicher Mittel, die ihnen dabei helfen sollen saubere Energie-Systeme einzuführen und sich an bevorstehende nicht mehr zu vermeidende Veränderungen des Klimas, wie zunehmende Dürre und ansteigende Meeresspiegel, anzupassen. Ungelöst ist trotz der Hoffnungen derzeit jedoch noch woher die 100 Mrd. US $ kommen sollen, die von den Industriestaaten an jährlicher Hilfe versprochen wurden.

Der Erfolg der Konferenz ist im sehr hohem Maße auf die Bescheidenheit der Zielsetzungen zurückzuführen. Die Gespräche in Cancún wurden deshalb von einigen Teilnehmer mit einem „Zombie“  verglichen – der Prozess zur Bekämpfung des Klimawandels stolpert ziellos weiter aber weigert sich zu sterben.

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