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Der Weltatlas des Klimawandels

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Foter / CC BY-SA

Dass sich das globale Klima veraendert, ist unter seriösen Wissenschaftlern und Politikern mittlerweile umstrittig. Es bestehen Wirkungszusammenhänge zwischen menschlichem Handeln und   klimatischen Veränderungen. Der Mensch ist dabei, seinen Lebensraum umfassend und dauerhaft zu verändern, indem er das natürliche, globale System beeinflusst. Die Klimaveränderung ist ebenso vielschichtig wie kompliziert und in der Vielzahl der Auswirkungen  schwer zu überblicken.

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In den vergangenen Jahren bemühte man sich daher breite Bevoelkerungsschichten fuer die Problematik zu sensibilisieren. Es entstanden preisgekrönte Dokumentationen wie Al Gores „Inconvenient Truth“ oder die „Planet Earth-Reihe“ der BBC. Der „Weltatlas des Klimawandels“ ist eine Fortsetzung und Vertiefung dieser Publikationsserie. Den Autoren Kristin Dow und Thomas E. Downing ist es gelungen, den komplexen Sachverhalt anschaulich und ebenso allgemeinverständlich darzustellen, ohne dabei populärwissenschaftlich daherzukommen. Sie beschäftigen sich seit Jahren mit den Auswirkungen der Klimaveränderung auf die Menschen und ihre Lebensgrundlagen. Der Atlas ist ebenso Ausdruck ihres umfassenden Fachwissens wie Beleg ihrer Erfahrung im Umgang mit der Vermittlung des Problems.

Der Aufbau ist schlüssig, die Gestaltung ansprechend. Die verschiedenen Problemkomplexe der Klimaveränderung werden unabhängig voneinander erklärt. Trotzdem geht der Gesamtzusammenhang des Problems nie verloren. Er erklärt sich in der systematischen Abfolge der erläuterten Probleme gewissermaßen von selbst. Ausgehend von den Warnzeichen der Natur wie polaren Veränderungen, Gletscherrückgang und Temperaturextremen werden die Ursachen des Klimawandels (Emissionsentwicklungen, Treibhauseffekt) und schließlich deren Auswirkungen dargestellt. Karten, Fakten und Schlussfolgerungen basieren auf den neuesten, verbesserten Forschungsmodellen des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change o.a. Weltklimarates). Diese neuen Ansätze brachten einen immensen Zuwachs an Forschungsergebnissen, die es den Wissenschaftlern ermöglichen, erstmalig sehr konkrete regionale Auswirkungen zu prognostizieren. Auch diese Ergebnisse finden sich in den Karten wieder.

Scheinbar radikal wirkende Darstellungen der Auswirkungen des Klimawandels wurden in der Vergangenheit nicht selten mit dem Vorwurf des Populismus und der Panikmache konfrontiert. Doch gerade mit Blick auf die regionalen Folgen der Klimaveränderung scheinen diese Horrorszenarien  Realität werden zu können. Das Schmelzen der polaren Eiskappen, das Auftauen der nördlichen Permafrostböden und der Rückgang von Gletschern passen zu den erwarteten – besonders  starken – Auswirkungen auf die Polarregionen. Die Bewohner Alaskas sind in den vergangenen Jahren Zeugen einer Erwärmung um bis zu 4 °C geworden. Gebäude versinken, da der Boden, auf dem sie stehen, zum ersten Mal seit Menschengedenken im Tauen begriffen ist. Das häufige Auftreten von Dürren und Hitzewellen deckt sich mit der Voraussage einer Veränderung der durchschnittlichen Temperaturvariabilität. Extremere Wetterlagen scheinen mehr und mehr zur Regel zu werden, während überall auf der Welt Vögel, Schmetterlinge und andere Spezies ihre Aktionsradien in Reaktion auf die klimatischen Signale verändern.

Uebersicht der Weltklimazonen
Foter / CC BY-SA

Die Autoren vertreten den Standpunkt, dass man in der Politik lange genug wisse, dass entschlossenes Handeln notwendig sei und dass weitere Verzögerungen zu immer schwerwiegenderen Folgen führen werden. Eine wirkungsvolle Klimapolitik sei zwingenderweise mit spürbaren Veränderungen im Lebensalltag der Menschen verbunden. Es gehöre jedoch ebenso dazu, wirtschaftlichen Aufschwung gerecht zu gestalten und faire Rahmenbedingungen für den Welthandel zu vereinbaren. Denn letztlich könne man nur durch die wirksame Bekämpfung der Armut, verbunden mit der Umsetzung der sogenannten Millenniumsziele bis 2015, wirksame Klimaschutzpolitik betreiben.

Der „Weltatlas des Klimawandels“ beschreibt in überaus anschaulicher und verständlicher Weise eines der derzeit dringlichsten Menschheitsprobleme. Der Atlas bietet wichtige Hintergrundinformationen, um zu einer unabhängigen Einschätzung der Probleme zu gelangen und um das Handeln von Regierungen und internationalen Organisationen nachvollziehen zu können. Nur mit der Unterstützung einer gut informierten Öffentlichkeit, die die Notwendigkeit mutiger, politischer Entscheidungen versteht und akzeptiert, ist es möglich, erforderliche Korrekturen in der politischen Agenda durchzuführen. Das  bessere Verständnis des Problems in seiner ganzen Vielschichtigkeit wird der Gesellschaft helfen, den Gefahren des Klimawandels energisch zu begegnen.

Dow, Kirsten und Downing, Thomas E.
Weltatlas des Klimawandels. Karten und Fakten zur globalen Erwärmung
Hamburg 2007, Europäische Verlagsanstalt Dr. Götze Land und Karte
112 Seiten, ISBN 978-3-434-50606-5, EUR 19,90

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