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Augsburg: Klimaneutrales Stadion heizt und kühlt mit Grundwasser

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FIFA WM Stadion 2011 in AugsburgWenn die Kickerinnen Norwegens und Äquatorial-Guineas zu ihrem ersten Gruppenspiel auf den Rasen des Augsburger WM-Stadions laufen, wird neben dem sportlichen Ereignis auch der Austragungsort an sich ein Erlebnis werden. Das FIFA Frauen-WM-Stadion heizt und kühlt nämlich komplett CO2-neutral mit Wärmepumpen. So spart es im Vergleich zu herkömmlichen Stadien jährlich etwa 750 Tonnen CO2 ein. Das entspricht den CO2-Emissionen von ungefähr 200 Einfamilienhäusern in einem Jahr.Zu den vier Begegnungen, die im Augsburger Stadion stattfinden, werden bis zu 120.000 Fans erwartet. Egal ob es warm oder kalt ist, Fans und Spielerinnen werden die Spiele bei angenehmen Temperaturen genießen können, dafür sorgen zwei grundwasserbetriebene Wärmepumpen. Damit ist Augsburg das weltweit einzige Stadion, das mit Wärmepumpen CO2-neutral heizt und kühlt.

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Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) e.V., erklärt: “Wärmepumpen liegen für Privathaushalte seit langem im Trend. Das Augsburger Stadion zeigt, dass auch große Projekte erfolgreich umgesetzt werden können. Augsburg senkt seine Betriebskosten und tut gleichzeitig etwas für die Umwelt.”

Die FIFA ist bestrebt, die Frauen-WM 2011 klimafreundlich zu gestalten. Da passt ein CO2-neutrales Stadion ins Konzept. OK-Chefin Steffi Jones, Fußball-Weltmeisterin von 2003 und dreifache Europameisterin, sagt dazu: “Fußball erreicht heute so viele Menschen, dass Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt kaum zu vermeiden sind. Es ist also sehr wichtig dafür zu sorgen, dass Energie effizienter genutzt wird. Augsburg trägt als Austragungsort von drei Gruppenspielen und einem Viertelfinale mit seinem CO2-neutralen Stadion einen großen Teil zu einer klimafreundlichen WM bei. Ganz im Sinne von Green Goal 2011 freuen wir uns über das nachhaltige Engagement und die Maßnahmen in Augsburg.”

Die zwei Grundwasserwärmepumpen mit einer Heizleistung von je 645 Kilowatt liefern Wärme und Kälte. Westlich des Stadions befinden sich zwei Brunnen, die stündlich bis zu 200.000 Liter Grundwasser hochpumpen. Das Wasser hat auch im Winter eine Temperatur von etwa 10 Grad. Durch die Verdampfung und Verdichtung eines Kältemittels in der Wärmepumpe wird die Temperatur gesteigert, um Warmwasser auf bis zu 60 Grad zu erhitzen. Über einen Wärmetauscher wird die Wärme dann auf den Heizungskreislauf des Stadions übertragen und heizt im Winter Rasen, Kabinen und alle weiteren Räume. Im Sommer wird die Kälte des Grundwassers zur Kühlung des Stadions genutzt.

Das Projekt wurde von der Lechwerke AG und den Stadtwerken Augsburg geplant und umgesetzt. “Es hat von Beginn an viel Spaß gemacht, das Energiekonzept für das Stadion zu erarbeiten. Mit der Umsetzung haben wir ein Zeichen für die klimafreundliche Technologie der Wärmepumpe gesetzt, so Paul Waning, Vorstandsmitglied der Lechwerke. Wir freuen uns besonders, dass das Stadion offizieller Austragungsort der FIFA Frauen-WM ist und damit Fans aus aller Welt im grünen Gewand empfängt.”

Egal, wie sich WM-Dauergast Norwegen und Neuling Äquatorial-Guinea am Mittwoch trennen die Umwelt steht schon jetzt als Gewinner fest.

Weitere Informationen unter:
www.waermepumpen.de
www.facebook.com/zeichen.setzen.waerme.pumpen

Über die Wärmepumpe: Die Wärmepumpe ist klimafreundlich, zukunftssicher und wartungsarm. Laut einer Studie der TU München spart sie schon ab einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 2,0 im Vergleich zu konventionellen Heizsystemen klimaschädliche CO2-Emissionen ein. Ab einer JAZ von 4,0 reduziert eine Wärmepumpe die CO2-Emissionen vergleichsweise sogar um 50 Prozent. Die JAZ gibt an, wie hoch der Wärmegewinn im Vergleich zum Energieeinsatz in Form von Strom ist. d.h., bei einer JAZ von 4,0 gewinnt eine Einheit Strom vier Einheiten Nutzenergie. Fachmännisch eingebaute Erd-Wärmepumpen haben laut einem Feldtest des Fraunhofer ISE eine Durchschnitts-JAZ von 3,8. Auch der Energieverbrauch wird deutlich gesenkt, da die Wärmepumpe die kostenlose Umweltwärme aus Erde, Wasser und Luft nutzt und nur ca. 25 Prozent Antriebsenergie in Form von Strom benötigt.

Bildquelle: Bleier/LEW

Das Augsburger Stadion gilt als klimaneutral.
Markus Unger / Foter / CC BY

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