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MASDAR CITY – Die ökologischste Stadt der Welt

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Eine ganze Stadt ausschließlich mit Energie aus erneuerbaren Ressourcen versorgen – es ist ein hohes Ziel, das sich die Vereinigten Arabischen Emirate gesetzt haben. Etwa 17 km von Downtown Abu Dhabi entfernt, wird seit einigen Jahren an dem Großprojekt Masdar City gearbeitet, das bis zu seiner Fertigstellung im Jahre 2020 über 17 Mrd. Euro kosten soll. Dann sollen auf der etwa 6 km² großen Fläche 1500 Unternehmen wirtschaften und bis zu 50.000 Menschen leben, und das CO2-neutral.

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Masdar bedeutet soviel wie Quelle oder Ursprung. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben mit einem CO2-Ausstoß pro Kopf von über 30 Tonnen im Jahr einen der höchsten Werte weltweit (zum Vergleich: in Deutschland sind es etwa 11 Tonnen). Als Nation mit einem enormen Ölvorkommen ist die Wirtschaft vorrangig auf die Förderung und den Vertrieb fossiler Energieträger ausgerichtet. Doch da diese Ressourcen erschöpflich sind, wird nun auf zukunftsträchtige Ideen gesetzt. Mit der Verwirklichung dieser umweltfreundlichen Stadt ist die Vision verbunden, langfristig globaler Knotenpunkt im Bereich regenerativer Energien und sauberer Technologien zu werden. Das Ziel ist es, Quelle zu werden für Entwicklungen und Patente im Energiesektor. Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Umweltschutz stehen dabei im Zentrum der gesamten Entwicklung und so verbindet sich traditionelle regionale Stadtplanung mit neuesten Technologien; umgesetzt wird diese Aufgabe von dem Architekturbüro Foster & Partners.

Den 1500 Firmen, die sich später hier ansiedeln sollen, ist der direkte Bezug zu den genannten Themen gemein. Es sollen Unternehmen sein, die mit erneuerbaren Energien und der damit zusammenhängenden Technik arbeiten. Auch wissenschaftliche Institute und Forschungsstellen aus der ganzen Welt werden erwartet. So wird z.B. der Hauptsitz der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) dorthin verlagert. Entstehen soll somit ein Wissenscluster für Ideen  und gegenseitige Inspiration mit kurzen Wegen zu deren Realisation. Eine zusätzliche Bereicherung soll insbesondere auch durch das Masdar Institute of Science and Technology, einer Universität, die sich gänzlich ökologischen Fragen verschreiben soll, entstehen. Schon jetzt arbeitet das Masdar Institut mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) zusammen. In Zukunft sollen Studenten vor Ort ausgebildet werden, um danach in den umliegenden Firmen zu arbeiten.

GDS Infographics / Foter.com / CC BY

Für ein sauberes, CO2-neutrales Umfeld werden auch die Lebensgewohnheiten wie etwa die Fortbewegung oder die Müllentsorgung einigen Veränderungen unterliegen. Autos werden in Masdar City nicht fahren dürfen. Stattdessen wird eine elektrische Kabinenbahn installiert werden; Kabinen für bis zu 6 Personen sollen automatisch das eingegebene Ziel ansteuern. Eine Hochbahn verbindet die Stadt außerdem direkt mit Abu Dhabi. Ansonsten wird sich per Fahrrad oder zu Fuß fortbewegt werden. Der anfallende Müll soll mithilfe von Vakuumröhren entsorgt werden. Abgesaugt in den Untergrund der Stadt folgen die Sortierung, das Recyceln und die Wiederverwertung. Teile des Mülls werden verbrannt, in Biogas umgewandelt und dem Energiekreislauf wieder zugeführt. Andere Bestandteile werden als Baumaterial weiterverwendet. Auch mit dem Wasser soll effizient gehaushaltet werden – schließlich befindet sich die Stadt in der Wüste. Solarbetriebene Entsalzungsanlagen sollen die Wasserzufuhr sicherstellen. Sparsame Strahldüsen und Infrarottechnologie sollen einem unnützen Verschwenden dieses Rohstoffes entgegenwirken.

Zur Versorgung der Stadt mit Energie wird ein eigenes Solarkraftwerk erbaut, Photovoltaikanlagen auf den Dächern und Freiflächen installiert und außerhalb der Stadtgrenzen ein Windpark errichtet. Zusätzliche Energiemengen werden aus der Müllverwertung gezogen und auch geothermische Verfahren sollen integriert werden.

Inwiefern all diese Ideen eine Umsetzung erfahren, wird sich in den nächsten Jahren zeigen, denn durch die weltweite Finanzkrise ist auch dieses Projekt betroffen von Finanzierungsengpässen.

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