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Nichtraucher: Aufhören vor dem 40. Geburtstag bringt neun Jahre!

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zigaretteLebenslange Nichtraucher haben gegenüber Ihren rauchenden Mitmenschen eine doppelt  so hohe Chance den 80. Geburtstag zu erleben. Neue Studien zeigen nun aber, dass auch Raucher, die es schaffen noch vor dem vierzigsten Geburtstag endgültig aufzuhören, statistisch betrachtet neun Jahre länger leben.

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Die 70er Jahre waren ein Paradies für Raucher. Ob in Restaurant und Kneipe, auf dem Bahnhof, am Arbeitsplatz, im Fernsehen oder im Hörsaal – Rauchen war gesellschaftlich akzeptiert, galt als chic, mondän und lässig. Heute ist das Rauchen out. Die Zeiten, in denen die Zigarettenindustrie mit Cowboys und Sprüchen wie “Ja, ich rauche gern!” punkten konnte, wirken wie das Relikt einer vergangenen Zeit. Die Vorstellung von einer Gesellschaft, die sich rauchend mit Freude dem körperlichen Verfall hingibt, birgt aus heutiger Sicht fast schon absurde Züge.

nein-dankeDass seit einigen Jahren immer weniger Menschen zur Zigarette greifen, liegt vor allem an gelungener Aufklärungsarbeit, entschlossener Politik v.a. auf EU-Ebene und an einem grundlegenden Mentalitätswandel in breiten Teilen der Gesellschaft. Heute hat jeder zumindest eine vage Vorstellung davon, dass Rauchen schlecht für die Gesundheit ist. Das liegt nicht zuletzt an den schärferen Kennzeichnungspflichten für Hersteller und den Werbebeschränkungen für die Tabakindustrie. Zigarettenreklame im Kino und auf Formel 1 Flitzern gibt es nicht mehr und Raucher müssen für ihre Kippe oft dahin gehen, wo es in Deutschland oft kalt, ungemütlich und regnerisch ist – nach draußen. Und das ist auch gut so, bestätigen Mediziner, die vor allem mit den langfristigen Folgen des Rauchens konfrontiert werden.

Für eine nun veröffentlichte Langzeitstudie wurden Daten von 113.752 Frauen und 88.496 Männern im Alter ab 25 Jahren ausgewertet. Das Ziel, der zwischen 1997 und 2004 durchgeführten und nun (Januar 2013) veröffentlichten Studie war es, Aussagen dazu zu treffen welchen Einfluss das Geschlecht und der Raucherstatus auf die Mortalität (Sterblichkeit) im Zeitverlauf haben.

Die nun im “New England Journal of Medicine” (NEJM) publizierten Ergebnisse zeigen: Allein für den 7-jährigen Untersuchungszeitraum war das Risiko an den Folgen des Rauchens zu sterben in der Altersgruppe von 25 bis 79 dreimal so hoch wie bei lebenslangen Nichtrauchern. Ein lebenslanger Nichtraucher hat zudem gegenüber einem Raucher eine doppelt so hohe Chance, seinen 80. Geburtstag zu erleben. Insgesamt starben Raucherinnen durchschnittlich elf Jahre und Raucher zwölf Jahre früher als lebenslange Nichtraucher.

Signifikante Lebensverlängerung durch Rauchstopp

Wenn Raucher es schaffen rechtzeitig aufzuhören, erhöhte sich ihre statistische Überlebenswahrscheinlichkeit signifikant: Wer es zwischen 25 und 34 Jahren schaffte, gewann durchschnittlich zehn Jahre hinzu, bis zum 44. Lebensjahr sind es noch immer neun Jahre und wer es schaffte bis zum 54 Lebensjahr aufzuhören, lebte statistisch betrachtet sechs Jahre länger. Sogar Raucher, die erst im Alter zwischen 55 und 64 das Rauchen aufgaben, gewannen vier Lebensjahre hinzu.

Das sei allerdings kein Freibrief, um bis zum 40. Geburtstag zu qualmen was die Lunge hergibt und dann aufzuhören. Denn wenn man einmal regelmäßig geraucht hat, kann man – so die Forscher – quasi nur noch Schadensbegrenzung betreiben und das erhöhte Mortalitätsrisiko minimieren. Die Ergebnisse zeigen, dass zumindest auch ein Sechstel der  Raucher, die erst mit vierzig Jahren zum Nichtraucher werden, vor ihrem 80. Geburtstag an den Folgen des Tabakmissbrauchs sterben.

Todesursache: Lungenkrankheiten!

lungeRaucher konsumieren heute im Durchschnitt weniger Zigaretten als früher – zugleich sterben auch weniger an bestimmten Folgen des Tabakmissbrauchs: Von den Giftstoffen verursachte Gefäßerkrankungen, die zum Beispiel zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen, können mittlerweile besser therapiert werden. Ebenfalls rückläufig sind Fälle von Stachelzellkrebs (Plattenepithelkarzinom). Diese Entwicklung wird allerdings konterkariert durch eine stark ansteigende Zahl von Lungenkarzinomen und der immer häufiger auftretenden chronisch-obstruktiven  Lungenkrankheit (COPD). Lungenkrebs ist wie vor 50 Jahren auch heute noch ein nahezu sicheres Todesurteil.

Raucher die sterben, tun dies zu 17,8 Prozent (Frauen) und 14,6 Prozent (Männer) verursacht durch eine Lungenkrebserkrankung. Heute sterben sogar mehr Frauen an Lungenkrebs als an Brustkrebs. Ein Fakt, der im gesellschaftlichen Umgang mit Krebs kaum eine Rolle spielt – einen Avon „Lungenkrebslauf“ analog zum „Frauenlauf gegen Brustkrebs“ gibt es bisher jedenfalls nicht. Und genau hierin sehen die Wissenschaftler ein fast schon paradoxes Problem.

Die erfolgreiche Politik gegen das Rauchen hat dazu geführt, dass heute überwiegend weniger gebildete und wohlhabende Menschen Tabak und Nikotin konsumieren. Zigaretten sind trotz gestiegener Preise zu einem Suchtmittel für vor allem arme Menschen geworden. Dadurch ergibt sich die Gefahr, dass die Gesundheitsrisiken des Rauchens weniger wahrgenommen werden. Schließlich wird das Rauchen schon heute oft als stigmatisiertes Verhalten gesellschaftlicher Gruppen mit niedrigem, sozialem Status angesehen. Damit drohen die Gefahren letztlich aus dem Blickwinkel derjenigen zu rutschen die für Gesundheitspolitik und die Vergabe von Forschungsmitteln zuständig sind.

Fazit: Es ist nie zu spät, um aufzuhören.

Zwei wichtige Nachrichten ergeben sich aus den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen:

  1. Es ist nie zu spät, um mit dem Rauchen aufzuhören, denn man gewinnt wertvolle Lebensjahre.
  2. Ärzte im Allgemeinen und insbesondere diejenigen, die in der Therapie von Raucherkrankheiten arbeiten (Onkologen, Kardiologen, Pneumologen und Psychiater), sollten noch mehr tun, um auf die schwerwiegenden Gesundheitsrisiken des Rauchens aufmerksam zu machen.

Links:

ExSmoker – Eine Initiative der Europäischen Kommission

Tabakzusatzstoffe nach Zigaretenmarke (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)

Vergleich Überlebensrate weibliche Raucher & Nichtraucher.
Quelle: Prabhat Jha, u.a. N Engl J Med; 368:341-350, January 24, 2013

Vergleich Überlebensrate männliche Raucher & Nichtraucher.Quelle: Prabhat Jha, u.a. N Engl J Med; 368:341-350, January 24, 2013

Vergleich Überlebensrate männliche Raucher & Nichtraucher.
Quelle: Prabhat Jha, u.a. N Engl J Med; 368:341-350, January 24, 2013

 

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