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Öl ins Wasser – Auswirkungen der Deepwater-Katastrophe auf das Ökosystem Meer

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Im Golf von Mexiko wird seit fast 4 Wochen nach einer Möglichkeit gesucht, das austretende Öl unter Kontrolle zu bringen und den entstandenen Schaden für das Ökosystem Meer zu begrenzen. Etwa 800.000 Liter* Rohöl strömen seit der Explosion auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ täglich in das Meer vor der US-amerikanischen Küste. Doch was bedeutet das im Einzelnen für das Ökosystem Meer? Welche Auswirkungen haben solche Mengen an Öl, wenn sie ungehindert ins Wasser gelangen? Was passiert mit Flora und Fauna?

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Wasser

Grundsätzlich gehen Wasser und Öl keine Verbindung ein – ein Effekt, den jeder schon einmal beim Kochen beobachtet hat. Das Öl trennt sich ab und schwimmt an der Oberfläche. Zurückzuführen ist das auf die gegensätzlichen Eigenschaften: Wassermoleküle sind polar, die des Öls dagegen unpolar. Eine Verbindung ist damit chemisch ausgeschlossen. Diese Tatsache führt dazu, dass das ins Meer dringende Rohöl an der Meeresoberfläche einen riesigen Ölfilm bildet. Sowohl die Meeresströmungen als auch der Wind beeinflussen die Verbreitung dieses Films. Er bleibt ständig in Bewegung und ist schwer einzugrenzen, da Vorhersagen über seinen genauen Weg kaum zu machen sind.

Erstaunlich ist, dass eine Reihe biologischer und chemischer Prozesse einsetzt, sobald Öl und Meer zusammentreffen. Leichte Bestandteile des Öls z.B. verdunsten relativ schnell. Die zurückbleibenden schwereren Bestandteile können nach und nach von Bakterien und Mikroorganismen abgebaut werden, die durch Stoffwechsel wasserlösliche Stoffe daraus machen: Biodegradation wird dieser Vorgang genannt, bei dem es zu einer chemischen Umwandlung organischer Stoffe kommt. Wie viel Zeit dies beansprucht, ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie der Wassertemperatur oder der Sauerstoff- und Nähstoffversorgung der Bakterien. Die selbstreinigenden Kräfte der Natur wirken damit einer dauerhaften Schädigung des Wassers entgegen, auch wenn dies Jahre in Anspruch nehmen kann.

Flora & Fauna

Die wirklich verheerenden Folgen entstehen jedoch für die Wassertiere und die Vegetation. Gelangen Tiere in einen Ölteppich, kommt meist jede Hilfe zu spät. Das Gefieder von Seevögeln verklebt und verliert seine wichtige Isolierfunktion. Sie sind zunächst stark bewegungsgehemmt. Der Versuch, sich zu säubern, führt dazu, dass Öl auch in die Atmungs- und Verdauungswege gelangt, Schädigungen der inneren Organe sind die Folge. Werden sie nicht gereinigt und medizinisch behandelt, bedeutet das ihren Tod. Ähnlich ergeht es Reptilien, Fischen und Meeressäugern, wenn sie mit dem Öl in Berührung kommen. Besonders gefährdet sind all jene Lebewesen, die an die Meeresoberfläche stoßen – in diesen Gebieten sind vor allem Wale, Delfine und Krokodile beheimatet.

Das auf dem Meer schwimmende Öl verhindert zudem den natürlichen Gasaustausch zwischen Luft und Wasser, was eine Absenkung des Sauerstoffgehalts im Meer bewirkt. Auch das zur Photosynthese wichtige Sonnenlicht kann nicht mehr ungehindert durchdringen. Beides beeinträchtigt die Atmung der Meerespflanzen, die so weniger wachsen und unter Umständen eingehen. Damit geht ein wesentlicher Bestandteil des Ökosystems verloren, nämlich die Nahrungsgrundlage zahlreicher Friedfische. Auch ihre Population wird sich aufgrund des Mangels reduzieren. Ein schleichendes Absterben der betroffenen Meeresregion wird folgen.

Ölplattformen im Golf von Mexiko
Ocean Explorer Webmaster / Foter.com / Public domain

 

Küste

Die Bohrinsel war ca. 70 km vor der US-amerikanischen Küste gelegen. Die Küsten der Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida sind somit ebenfalls von dem austretenden Öl akut bedroht. Besonders fatal ist dies für die einzigartige Vegetation des Mississippideltas mit seinen empfindlichen Mangrovenwäldern und Sumpflandschaften. Hier sind zudem die Brutstätten zahlreicher Vögel, die sich momentan vermehren. Auch die in Küstennähe lebenden Krabben, Muscheln und Schnecken sind dem Ölteppich ausgeliefert. Sie müssen schlicht ersticken, wenn er sich über sie legt. In Richtung Florida sind es insbesondere die Korallenriffe der Florida Keys, die geschützt werden müssen. Durch das Öl kann das Wachstum der Korallen beeinträchtigt und deren Zerfall herbeigeführt werden.

Chemieeinsatz

Nicht abzuschätzende Schäden am Ökosystem sind außerdem aufgrund des Einsatzes von Chemikalien, die das Öl auflösen sollen, zu erwarten. Hier wurden mehrere Millionen Liter teils unerprobter Mittel ins Meer geleitet. Die Auswirkungen, die dadurch für Pflanzen- und Tierwelt entstehen, werden erst auf lange Sicht erkennbar sein. * Dieser Wert wurde zwischenzeitlich stark nach oben korrigiert. Die Angaben zur Menge des austretenden Öls variieren nun zwischen 6 und 16 Millionen Liter pro Tag.

Mit offenen Karten – Das Erdölfördermaximun oder Peak Oil

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